Handchirurgie

Im täglichen Leben ist die ungestörte Funktion der Hand von zentraler Bedeutung.
Die Empfindung und Bewegung unserer Hände ist ein wesentlicher Punkt im alltäglichen Leben - wir brauchen unseren Tastsinn, das Kälte-Wärme Empfinden und unsere Motorik.
Schon scheinbar kleine Verletzungen oder Erkrankungen der Hand können ohne adäquate Behandlung zu gravierenden Funktionsstörungen führen.

Mit Problemen in der Hand oder oberen Extremität (von der Spitze der Hand zur Schulter) und der Indikationsstellung beschäftigt sich die Handchirurgie.

Ein weiterer Bereich ist die operative und nichtoperative Therapie von Verschleißerscheinungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Hand sowie die operative Rekonstruktion nach Verletzungen oder Erkrankungen der Hand einschließlich mikrochirurgischer Techniken.

Erwähnt als häufige Krankheitsbilder seien hier die Nervenengpass-Syndrome (Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-ulnaris-Syndrom), der springende Finger, das Überbein oder die Arthrose des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose).

Karpaltunnelsyndrom

Ist der durch den Karpaltunnel in die Hohlhand tretende Mittelnerv (Nervus Medianus) eingeklemmt, spricht man von dem Karpaltunnel- Syndrom

Ursachen und Sympthome:

unbenannt

Wie bemerkt man das Karpaltunnelsyndrom?
 

  • „Taubheit“ in der Hand
  • „Kribbeln“ – bis in den Arm
  • Probleme bei feinmotorischen Tätigkeiten
  • Nächtliches Einschlafen der Hände

Sulcus-ulnaris-Syndrom

Der Ellennerv ("Nervus ulnaris") ist für die Übermittlung des Gefühls am Kleinfinger, an der Außenseite des Ringfingers sowie der äußeren Handkante zuständig. Er versorgt ferner die meisten der kleinen, zu den Fingern und einen Teil der zum Daumen führenden kleinen Handmuskeln. Er ist für die Koordination der Fingerfunktion unentbehrlich. Eine Schädigung hat neben einer Gefühlsstörung an Klein- und Ringfinger eine Greifstörung sowie einen deutlichen Kraftmangel zur Folge.

Ursache

Bei der häufigsten Form des Ulnarisrinnensyndroms ist ähnlich wie beim Karpaltunnelsyndrom keine Ursache bekannt. Daneben kann die Ursache eines Ulnarisrinnensyndroms durch eine Verletzung im Bereich des knöchernen Kanals des Ellennerven, z.B. bei einer Ellenbogenfraktur liegen. Ganz ähnliche Symptome wie bei einem Ulnarisrinnensyndrom werden auch bei einer Nervenschädigung im Bereich der Halswirbelsäule beobachtet, wie zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall in der unteren Halswirbelsäule. Dies muss vor der Behandlung durch spezielle Untersuchungen abgeklärt werden.

Symptome

"Elektrisieren" in Klein- und Ringfinger ist meist das erste Symptom. Im weiteren Verlauf kommt es zur Gefühlsstörung an beiden Fingern und zu einem Kraftmangel der gesamten Hand. Die Koordination der Fingerbewegung kann gestört sein. Mit dem weiteren Verlauf kommt es zur Lähmung der kleinen Handmuskeln, die äußerlich an einem Schwund der Mittelhandräume und es Kleinfingerballen erkennbar ist.

Behandlung

Die operative Behandlung besteht aus der Lösung des Ellennerven und der Beseitigung jeder Einengung im Bereich des Kanals. Meist ist die einfache Lösung ausreichend, nur selten muss der Nerv in seinem Verlauf nach vorne auf die Beugeseite verlagert werden.

Dupuytrensche Kontraktur

Bei der Dupuytren'schen Erkrankung handelt es sich um eine gutartige Bindegewebswucherung der Hand. Betroffen sind Bindegewebsfasern, die die Haut mit den darunter liegenden Strukturen des Bewegungsapparats wie Sehnenscheiden, Bändern und Sehnen verbinden und damit die Stabilität der Haut auf der Unterlage bewirken. Sehnen, Nerven und Blutgefäße sind zunächst nicht von der Erkrankung betroffen.

Die Ursache der Dupuytren'schen Erkrankung ist bis heute ungeklärt. Erbliche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Eine Zuckerkrankheit ("Diabetes mellitus") oder eine Leberschädigung können die Krankheitsentwicklung fördern.

Die Entwicklung der Bindegewebswucherungen verläuft in Schüben, wobei sich Aktivitäts- und Ruhephasen abwechseln. Meist finden sich die ersten Veränderungen in der Hohlhand in Form tastbarer Knoten und Stränge, die gerne mit ("verkürzten") Sehnen verwechselt werden. Anfangs wird die Beweglichkeit der Finger oder des Daumens nicht beeinträchtigt. Mit der weiteren Entwicklung kommt es zur Ausdehnung der krankhaften Veränderungen von der Handfläche auf Daumen und Finger. Langsam entsteht eine Beugestellung zunächst einzelner Fingergelenke. Es kommt zur zunehmenden Beugestellung der Finger, die nicht mehr überwunden werden kann. In Spätstadien können die Finger vollständig in die Hand eingeschlagen sein.

Behandlung

Eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung ist nicht bekannt.

Die Behandlung der Wahl ist in den allermeisten Fällen die operative Entfernung der krankhaften Veränderungen, teilweise in Kombination mit der Lösung eingesteifter Fingergelenke. Bei der Operation können vorhandene Veränderungen größtenteils beseitigt werden; eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit wird in den meisten Fällen erreicht. Die Operation selbst ist bei ausgedehnten Veränderungen technisch schwierig und erfordert handchirurgische Erfahrung. Das erkrankte Gewebe befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft von Sehnen, Nerven und Blutgefäßen. Um deren Beschädigung zu vermeiden, wird mit einer Blutleere gearbeitet. Die hierzu verwendete Oberarmmanschette erfordert eine Betäubung des gesamten Armes oder eine Vollnarkose.

Auch eine frühzeitige Operation kann die Entwicklung der Erkrankung nicht beeinflussen. Das Operationsrisiko hinsichtlich der Beschädigung von Nervenfasern nimmt bei Wiederholungseingriffen deutlich zu. Die erste Operation soll daher erst dann durchgeführt werden, wenn bereits eine beginnende Bewegungseinschränkung vorliegt. Ein tastbarer Knoten ohne Funktionsbeeinträchtigung sollte daher (noch) nicht operiert werden. Allerdings sollte mit dem ersten Eingriff nicht solange gewartet werden, bis eine starke Verkrümmung vorliegt, da diese dann nur noch unvollständig korrigiert werden kann.

Springender Finger

Kommt es im Laufe des Lebensalters zu einer Verdickung der Sehnen und Sehnenscheiden, wird das Gleiten im Sehnenkanal behindert. Die Sehne verdickt sich unmittelbar vor dem Eintritt in den Gleitkanal vor dem ersten Ringband (so genanntes A1-Ringband) und es entsteht ein schmerzhaftes Schnappen bei der Bewegung des Fingers immer dann, wenn die Sehne in den Gleitkanal eintritt.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Kortisoninjektion in die Umgebung des Ringbands kann die Verdickung der Sehne vorübergehend bessern. Das Schnappen kann damit zunächst beseitigt werden. Meist entstehen die Veränderungen nach einigen Wochen erneut und die Symptome treten wieder in gleicher Form auf. Wiederholte Kortison-Injektionen können eine Beschädigung der Sehne und im schlimmsten Fall zu einem Riß der Sehne führen.

Ringbandspaltung

Die operative Behandlung besteht in der Durchtrennung ("Spaltung") des ersten Ringbandes ("A1-Ringbandspaltung"). Das Schnappen wird zuverlässig beseitigt. Nur bei ausgeprägter Sehnenverdickung kann in seltenen Fällen ein angedeutetes Restschnappen zurückbleiben, das im weiteren Verlauf meist auch verschwindet.

Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenks)

Bei der Rhizarthrose oder Sattelgelenkarthrose handelt es sich um Gelenkverschleiss eines Sattelgelenks

Bei einer Arthrose handelt es sich um einen Knorpelverlust auf den Gelenkflächen mit knöcherner Randwulstbildung. Gelegentlich kommt es auch zur Bildung von freien Gelenkkörpern, welche eingeklemmt werden können und damit Schmerzen verursachen.

Diagnose

Gesichert wird die Diagnose durch eine Röntgenaufnahme. Jedoch gibt das röntgenologische Ausmaß einer Sattelgelenkarthrose keine Auskunft über die Schmerzintensität, die ein Patient empfindet. Es gibt Patienten mit fortgeschrittenen Krankheitszeichen im Röntgenbildern, die keine wesentliche Schmerzen verspüren und umgekehrt.

Therapie

Neben konservativen Behandlungsmethoden existieren zwei Formen der operativen Behandlung.

Sattelgelenkarthroplastik

Das Prinzip der Sattelgelenkarthroplastik besteht darin, dass einer der beiden am beschädigten Gelenk beteiligten Knochen, das große Vieleckbein, entfernt wird. Dies kann zur Folge haben, dass aufgrund der fehlenden Abstützung des ersten Mittelhandknochens der Daumen etwas kürzer wird. Um diesen Effekt so gering wie möglich zu halten, wurden zahlreiche Operationsmodifikationen entwickelt, den ersten Mittelhandknochen an Nachbarknochen „aufzuhängen“ und somit ein Abrutschen zu verhindern. Hierzu werden meist Sehnenanteile aus der direkten Umgebung des kranken Gelenkes verwendet.

Nervendurchtrennung zur Schmerzvermeidung

Daneben gibt es auch die Möglichkeit, die Handnerven selektiv bei einer Operation mit örtlicher Betäubung durchtrennen zu lassen. Dabei werden nur die Nerven, welche für den Schmerz verantwortlich sind, durchtrennt.

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